23 Dez 2014

Drei Antriebe des sexuellen Verhaltens und der Liebe

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David Schnarch beschreibt in seinem Buch „Intimität und Verlangen“ (S. 46 und 47) welche Gehirnareale in den verschiedenen Phase der Verliebtheit und Liebe aktiviert werden, und welche chemische Stoffe eine Rolle dabei spielen.

Spannend, spannend!

Lust – Die erste Verliebtheit findet in unserem Reptiliengehirn statt!

Helen Fischer ist eine berühmte Antropologin, die herausgefunden hat, dass wenn wir frisch verliebt sind unserer primitivsten Gehirnteil aktiviert wird: das Reptiliengehirn, das 65 Millionen Jahre alt ist.

Wir fühlen uns voller Energie, sind sehr erregt, glücklich, optimistisch, haben das Gefühl Bäume ausreißen zu können, fliegen auf Wolke sieben und sind für einige Verrücktheiten bereit. Es ist tatsächlich ein ver-rückter Zustand, einer Psychose vergleichbar.

Wir glauben, dass unser Geliebter diese schönen Gefühle verursacht, aber das stimmt nicht. Wir kennen die Person noch gar nicht! Wir sind eigentlich mit uns selbst beschäftigt. Es sind unsere Gefühle, unsere Projektionen, unsere Reaktionen, unsere Wünsche und Unsicherheiten. Hart aber wahr: es ist ein selbstbezogener Zustand.

Die romantische Liebe

Allmählich, wenn die Beziehung die Phase der erste Verliebtheit überstanden hat, verändert das Gehirn seine Aktivität. Es entsteht die romantische Liebe. Wir beginnen den anderen zu „sehen“ und zu „erkennen“, seine Gedanken und Emotionen „zu spiegeln“.

Interessant ist, dass auch bestimmte Areale deaktiviert werden! „Mütterliche Bindung und romantische Liebe deaktivieren Gehirnbereiche, die mit negativen Emotionen assoziiert sind. Auch das soziale Unterscheidungsvermögen wird ausgeschaltet, und gleichzeitig mit Hilfe des Belohnungszentrums wird unsere Bindung an den Partner gestärkt.

Helen Ficher meint, dass die romantische Liebe nicht nur ein Gefühl, sondern auch ein Trieb, ein Instinkt, ein physiologisches Bedürfnis ist, das uns antreibt den anderen zu umwerben und für uns zu gewinnen.

Die Bindung bzw. die feste Partnerschaft

Typisch für dieser dritte Phasen, die unterschiedlich lange dauern kann, sind die Sicherheit, die Ruhe, die Bindung, die Bereitschaft den Alltag zu teilen, Kinder groß zu ziehen, monogam zu leben.

Antriebe und Hormone

Bei allen drei Antrieben spielen unterschiedliche Hormone eine Rolle. „Wollust“ entsteht durch Testosteron und Östrogen – die animalische Kraft, die uns zum Sex mit „fast jedem halbwegs passenden Partner“ treibt.

In der romantischen Liebe kommen Dopamin und Serotonin ins Spiel. Da ist unsere sexuelle Lust auf eine bestimmte Person gerichtet.

In einer festen Beziehung, damit Bindung entstehen kann sind Oxytocin und Vasopressin am Werk.

Es kann passieren, dass die Hormone nicht isoliert von einander sind, sondern eine gemeinsamen Tanz beginnen. Wenn Dopamin, Noradrenalin und Testosteron zusammen kommen, kann in der romantischen Liebe auch Wollust entstehen. Oder dass Testosteron die Wirkung von Oxytocin und Vasopressin zerstört, d.h. Eine Bindung zerstört.

Die Wollust und die romantische Liebe sind nur von kurzer Dauer. Wir könnten diesen verrückten, Ausnahmezustand sonst nicht überleben. Helen Fischer vermutet, das sich die romantische Liebe nicht entwickelt hat, um das Entstehen von einer festen Beziehung zu ermöglichen.

Viele Menschen wünschen sich die Gefühle der ersten Verliebtheit, die sexuelle Erregung dieser Zeit wieder zu beleben. „Es soll wieder so werden, wie am Anfang.“ Aber wie wir gesehen haben, ist das gar nicht möglich. Es ist gar nicht von der Natur so vorgesehen. In eine festen, länger andauernden Beziehung zu leben und gleichzeitig die Wollust des Anfangs zu verspüren, scheinen zwei unvereinbaren Gegensätze zu sein. Zumindest wenn sie sich auf eine Person beziehen.

Treibt die Sehnsucht nach diesem so aufregenden Ausnahmezustand viele in eine Außenbeziehung oder von einer kurzen Affäre in die andere? Das kann ein Lebensstil sein.

Wer jedoch in der festen Beziehung bleiben möchte, muss nach anderen Wege suchen, um diese Beziehung lebendig und aufregend zu gestalten. Das sexuelle Verlangen und das Begehren müssen aus anderen Quellen entspringen. Es ist möglich. Es lohnt sich hier auf Entdeckungsreise zu gehen.

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Sexualtherapie München und Paartherapie München Diana Lüchem

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