01 Jun 2015

Sexuelle Lust und sexuelle Unlust

0 Kommentare

Definition Sexuelle Lust
Sexuelle Lust bedeutet das intensive Verlangen nach Sex, nach sexuellen Handlungen und sexueller Befriedigung. Sie sorgt dafür, dass Menschen sich berühren (gegenseitig oder sich selbst), insbesondere die erogenen Zonen, um ihre Lust zu steigern. Häufig ist es Ziel, einen Orgasmus zu erleben.
Die sexuelle Lust der Menschen ist ein sehr komplexes Phänomen und unterliegt großen Unterschieden. Jeder Mensch verspürt unterschiedlich oft Lust, unterschiedliche Dinge fördern seine oder ihre sexuelle Lust. Das sexuelle Begehren unterliegt auch Schwankungen im Laufe des Lebens.

Sexuelle Unlust wird dann als eine Sexuelle Luststörung erlebt bzw. diagnostiziert, wenn folgendes zusammen kommt:

  • zeitweise, aber immer wiederkehrend kein Verlangen nach sexueller Aktivität
  • über mindestens 6 Monate
  • verbunden mit Leidensdruck der betroffenen Person oder der Partnerin/des Partners (d.h. dass keine Lust auf Sex zu haben vollkommen OK ist. Zum Problem wird es erst, wenn Leiden bzw. Druck daraus entsteht).

Die komplette Abneigung Sexualität gegenüber bezeichnet man als sexuelle Aversion.

Die Bedingungen für das optimale sexuelle Lusterleben
(aus Sexocorporel und die Förderung des sexuellen Lusterlebens, Karoline Bischof)

  • physiologische Komponenten:
    • Die Fähigkeit, die genitale sexuelle Erregung zu steigern bis zu einer orgastischen Entladung unter optimalem Einsatz des Körpers, um hedonische (lustvolle) Sinnesempfindungen zu ermöglichen
  • emotionale Komponenten:
    • Die Fähigkeit, die Sinnesreize bei Erregung und Orgasmus wahr zu nehmen und mit intensiven hedonischen (lustvollen) Emotionen und einer emotionalen Entladung zu verbinden
  • kognitive Komponenten:
    • Die Fähigkeit, dem Erlebnis eine positive Bedeutung bei zu messen

Die Balance zwischen diesen Komponenten sorgt nicht nur für ein umfassendes, sondern auch für ein stabiles und störungsfreies Lusterleben.

Ursachen für mangelnde sexuelle Lust:
Die Ursachen für mangelndes sexuelles Verlangen sind „Störungen“ in den o.g. Komponenten. Ein paar Beispiele:

  • physiologische Komponenten:
    • körperliche Müdigkeit, Anspannung
    • Hormon- und Zyklusschwankungen
    • körperliche Erkrankungen
    • Einnahme von bestimmten Medikamenten
    • andere sexuelle Funktionsstörungen
  • emotionale Komponenten:
    • (emotionale, psychische) Müdigkeit, Stress, Anspannung
    • psychische Krankheiten (z.B. Depressionen)
    • Probleme in der Partnerschaft
    • Angst oder Scham gegenüber Sexualität
    • andere sexuelle Funktionsstörungen
    • Unsicherheit (auf der persönlichen und sexuellen Ebene)
    • negative sexuelle Erfahrungen
  • kognitive Komponenten:
    • Erziehungsfaktoren
    • Kultur, Sitte oder Brauchtum
    • negative Botschaften
    • Werte, Normen, Regeln
    • negative sexuelle Erfahrungen

Einteilung der sexuellen Luststörung (Libidostörung):

  • allgemein oder situativ fehlendes sexuelles Verlangen (z.B. einem bestimmten Partner gegenüber)
  • sexuelle Aversion oder Sexualangst (ausgeprägter Widerwillen gegen bestimmte Formen oder jede Art von sexuellen Handlungen, dabei meiden Betroffene teilweise sexuelle Aktivitäten komplett)

Synonyme für sexuelle Unlust:
Sexuelle Unlust, sexuelle Lustlosigkeit, Libidostörung, Libidoverlust, Libidomangel, Frigidität (das ist allerdings ein veralteter Begriff, der nicht mehr verwendet wird), Störungen der sexuellen Appetenz, Störung des sexuellen Verlangens

Synonyme für sexuelle Lust:
Libido, sexuelles Begehren, sexuelles Verlangen, Wollust

Sexualtherapie bei sexueller Unlust:
Sexuelle Unlust kann in einer Partnerschaft zu vielen Problemen, ja sogar zur Trennung führen. Die sexuelle Lust ist ein sensibles und komplexes Zusammenspiel vieler Faktoren. Häufig haben sich über die Jahre Verhaltensmuster und Gewohnheiten auf der Paar- bzw. auf der persönlichen Ebene eingespielt. Im Alleinversuch sind sie schwer zu durchbrechen. Ich unterstütze Sie gerne in der Sexualberatung oder Sexualtherapie. Im Endeffekt geht es um viel mehr als Sex. Die sexuelle Lust oder das mangelnde sexuelle Begehren sind Ausdruck unser ganzen Individualität und Existenz. Auch hier gilt: Druck und Eile bringen gar nichts, sie verschlimmern eher die Lage. Gefragt ist Ihre Motivation etwas zu verändern, zu üben, sich mit der Thematik zu beschäftigen.

 

 

 

[zum Anfang]
 

GRATIS

Trage Dich hier für meinen Newsletter ein und sicher Dir mein Arbeitsbuch "Sexuell zufrieden. Dein Start in fünf Schritten."

Du hast Dich erfolgreich angemeldet. Bitte überprüfe Dein Email-Postfach. Du musst den Empfang des Newsletters noch mit einem Klick aktivieren.