08 Jun 2014

Kulturdimensionen

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Ein Reihe von Studien zur Klassifizierung kultureller Unterschiede, zum Verständnissozialer Rollen, Kommunikations- und Arbeitsabläufen sind entstanden, und als „Kulturdimensionsen“ zusammen gefasst wurden. Es gibt Kritikpunkte an dieser Klassifizierung (sie ist bipolar und bietet keine Qualitätsunterscheidung), jedoch finde ich es ist ein leichtes Instrumentarium, um kritische Punkte zu erkennen.

(aus der Vorlesung „Interkulturelle Kommunikation“ in der TU Dresden von Holger Kuße)

Raumverständnis

Wie viel Nähe bzw. Abstand lassen die verschiedenen Kulturen zu (z.B. wenn zwei Menschen miteinander reden: was empfinden sie als „erträglich“, höflich, intim, zu nahe, zu entfernt…)

High context (HC)– low context (LC)

Wie direkt (low context) bzw.indirekt (high context) kommunizieren wir. Wird es durch die „Blume“, „sanft“ und ziemlich vrsteckt oder unmissverständlich geradeaus ausgedrückt.

Menschen aus low context Kulturellen (solche die direkt kommunizieren) haben Schwierigkeiten die „versteckten“ Signale der high „contextler“ wahr zu nehmen und zu verstehen und aburteilen diese fälschlicherweise als unehrlich!

Die LC-Menschen haben große Schwierigkeiten mit der direkten Art (v.a. wenn es um Kritik geht). Auf sie wirt es extrem verletztend, unhöflich, ja fast brutal.

Monochrones oder polychrones Zeitverständnis

Monochron heißt, dass Arbeitsleben und Privatleben werden klar getrennt. Nur eine Sache wird zur Gleichen Zeit wird erledigt, und die Arbeitsabläufe sind gut geplannt und gut strukturiert.

Polychron: viele Dinge werden gleichzeitig erledigt, mit mehreren Menschen gleichzeitig kommuniziert, Arbeits- und Privatleben fließen ineinander über.

Informationsgeschwindigkeit

Viel und ausführlich oder kurz und knapp: was wird in der Kommunikation bevorzugt.

Machtstruktur – geringe Machtdistanz vs. Geroße Machtdistanz

Diese Dimension betrifft den Unterschied und die Distanz zwischen zwei Hierarchieebenen: zwischen Leitung und Mitarbeitern, zwischen Lehrern und Schülern, zwischen Therapeut und Klient, zwischen Ärztin und Patientin etc. Konkret im Leben: traue ich mich eine eigene Meinung zu äußern und zu vertreten, kann ich mich selber motivieren und Aufageben selbsständig, selbstverantwortlich ausführen oder erwarte ich immer Anweisungen vom „Oben“, halte mich zurück, weil meine Meinung vom Chef sowie so nicht akzeptiert wird und sogar als Unhöflichkeiten gelten könnte etc.

Unsicherheitstoleranz vs. Unsicherheitsvermeidung

Wie genau werden Verabredung gemacht: sehr konkrete Zeitangaben mit der Erwartung ganz pünktlich zu sein (z.B. wenn ich mich 5 min verspäte muß ich anrufen und das melden) oder wage Zeitangaben (z.B. „Komm mal morgen am Nachmittag vorbei.“)

Individualismus vs. Kollektivismus

Orientiere ich mich an mich selbst (meine eigenen Ziele und Lebensplänen) oder an die Gemeinschaft (Familie). Im ersten Fall kann ich ein selbstbestimmtes Leben führen, muß jedoch mehr Verantwortung für mich selbst übernehmen, es führt zu mehr Einsamkeit. In kollektivistischen Kulturen ist man in der Gesellschaft, in der Gruppe eingebetet. Man ordnet sich unter, ist man dafür aber weniger alleine ud einsam. Ein Ausschließen aus der Gruppe ist mit viel Scham verbunden, es kann der persönliche Untergang bedeuten. Loyalität (der Sippe, Familie, Freunden gegenüber) ist sehr wichtig: Wenn Du der Freund meines Freundes bist, dann bist Du auch mein Freund.

In individuslistischen Kultur lebt eigenständiger, verfolgt die eigenen Lebensvorstellungen, ist „freier“. Diese Freiheit führt aber auch zu mehr Isolation und Einsamkeit: man kämpft sich alleine durch.

Beides hat Vor- und Nachteile (das betrifft übrigens alle Dimensionen). Und es geht nicht um besser oder schlechert – es ist einfach eine andere Möglichkeit da Leben zu gestalten.

Maskulinität vs. Feminität

Gemeint ist hier, ob eine Kultur eher leistungsbezogen oder eher Kontakt-, Gruppen- und Kommunikationsbezogen ist.

Langzeit- oder Kurzzeiorientierung

Wird das Leben (Arbeit, Freizeit) lange im Voraus oder spontan und kurzfristig geplant. In einer Bezihung kann das zu erhelblichen Konflikten führen. Nicht nur aus praktischen Gründen, sondern weil es ganz unterschiedlich interpretiert wird. Wenn Partner A langfristig planen möchte, und das als Zuverlässlichkeit betrachtet, Partner B aber eher spontan plant und gerne nach dem Herzen geht, führt es unweigerlich zu Problemen.

Universalismus vs. Partikularismus

Orientiert man sich an Regeln und Gesetzte oder an der Person

Partikularismus: z.B. wenn meine Freundin eine Regelübertretung gemacht hat, halte ich zu ihr, verschweige un dlüge zur Not vor dem Gesetztesgeber, weil ich zu ihr halte. Das führt leichter zur Korruption, dafür gibt es tolle Freundschaften!

Universalismus: Gesetzt ist Gesetzt – ich sage die Wahrheit und nur die Wahrheit, egal ob ich dadurch einen Freund, mein Partner oder mein Kind verrate. Hier kann man sich darauf verlassen, dass die Regeln für alle gelten, aber auch Freundscahften haben ein anderes Gesciht.

Neutralität vs. Emotionalität

Das betrifft das Zeigen bzw. die Kontrolle von Emotionen, v.a. im öffentlichen Bereich.

Spezifität vs. Diffusität

 

Leistung vs. Status

Kulturen unterscheiden sich auch in dem, was sie eher schätzen, und worauf auch der Einzelne sein Selbstwertgefühl bezieht: trage ich Markenkleider, weil sie mir gefallen und ich Spaß daran habe oder trage ich sie „um etwas dar zu stellen“; kann ich mir „erlauben“ ein „schäbiges“ altes Auto zu fahren, weil ich kein neues brauche oder „muß“ ich ein teures neues dickes Auto haben, um mich besser zu fühlen oder/und, um von den anderen mit Respekt behandelt zu werden.

Einstellung zur Zeit

Vergangenheits-, Gegenwarts- oder Zukunftsorientiert – welche Rolle spielen Traditionen, Rituale, Gewohnheiten versus Innovation und Veränderungen).

Einstellung zur Umwelt

Erlebt man sich als ein Teil der Natur (Schicksalbestimmt, auch die Fähigkeit abwarten zu können, sich dem Fluß des Lebens hingeben können; auch „nichts tun“ als wertvoll erleben) oder als Herrscher der Natur (Tatenbestimmt: wenn ich will, kann ich alles erreichen; Aktivität und Dynamik werden hoch geschätzt; „nichts tun“ wird als Faulheit und Lebensvergeudung gedeutet)

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