24 Feb 2015

Sexuelle (Un)-Lust: damals und heute

Allgemein
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Sexuelle Unlust ist heutzutage das Thema Nr. 1 bei Frauen in der sexualtherapeutischen Praxis. Gleichzeitig sind davon immer mehr Männer betroffen.

Wenn man Berichten und Statistiken trauen kann, war sexuelle Lustlosigkeit bis vor 50-60 Jahren, kein Thema. Jeder, so schien es, hatte Lust auf Sex. Eher ging es um Anspannung und Angst vor dem Sex, die allerdings durch Übungen (nach Masters und Johnson) erfolgreich therapiert wurden.

Können wir daraus schließen, dass es sich Lust fördernd auswirkt, wenn die Sexualität und deren Ausleben durch die Gesellschaft erschwert und tabuisiert wird? So ein bisschen „Glück im Unglück“?

Heute dürfen wir alles, so lange es auf Konsens (Einverständnis) aller Beteiligten basiert. Wir leben in einer unvergleichbaren Zeit schon fast unbegrenzter Möglichkeiten: wirtschaftlicher, zeitlicher, medizinischer und sonstiger Natur. Und noch mehr: Wer nachdenkt und sich ernst nimmt, wer verantwortungsvoll handelt und sein leben in die Hand nimmt, wird vom Satz geleitet: „Jeder ist seines Glückes Schmidt“. Ein Satz, der Freiheit schenkt. Ein Satz, der das Unmögliche greifbar macht. Ein Satz, der auch zu etwas Größenwahn führen kann.

Hatten aber die Menschen von DAMALS tatsächlich mehr Lust? Oder war die Lust, insbesondere bei Frauen einfach kein Thema? Wer hat seine Mutter oder Großmutter über ihre sexuellen Erlebnisse erzählen gehört? Und wenn ja, auf welche Weise? Ließen es nicht einfach viele Frauen über sich ergehen, damit „Er“ zufrieden ist und Ruhe gibt?

Und was die Männer von damals betrifft, frage ich mich: Wie lustvoll kann Sex mit einer Frau sein, die es einfach nur über sich ergehen lässt?

Ist die Lust verschwunden? Oder verstehen wir unter „Lust“ heutzutage etwas anderes?

Oder wollen wir das Unmögliche möglich machen: siegen auf allen Fronten, Lust um jeden Preis?

Oder haben wir die Lust zur Selbstverständlichkeit gemacht – ein Widerspruch in sich?

Oder trauen wir uns zu sagen: Wir wollen keinen Sex, wenn es keinen Spaß macht?

Oder ist es etwas ganz anderes?

Was meinen Sie?

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